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Thamnophis

Strumpfbandnatter

Die Gattung Thamnophis bewohnt vielfältige Klimate Nord- und Mittelamerikas und umfasst 31 Arten und 64 Unterarten. Ihre Farbformen sind äußerst variabel. Obwohl Thamnophen zu den Wassernattern gehören, zeigen nur sehr wenige Arten aquatiles Verhalten. Sie ist die wohl am intensivsten erforschte Schlangengattung und hat den für eine Schlange nördlichsten Verbreitungsgrad (bis Kanada => Massenansammlungen von Thamnophis sirtalis parietalis im Frühjahr in Manitoba). Thamnophis findet sich aber auch bis ins mittelamerikanische Costa Rica (hier: Th. cyrtopsis collaris). Man unterscheidet innerhalb der Thamnophen Garter Snakes und Ribbon Snakes. Letztere (=Bändernattern sind vom Verhalten meist hektischer und haben u.a. einen längeren Schwanz, z.B. Th. proximus oder Th. sauritus, die oft auf Börsen als Wildfang (WF) und häufig unter falschem Namen angeboten wird).
Leider genießen Strumpfbandnattern nach wie vor den Ruf, Anfängerschlangen zu sein, was jedoch nur sehr bedingt zutreffend ist und wohl eher auf den relativ niedrigen Preis von Wildfängen bzw. der großen Verfügbarkeit zurückzuführen ist. Auch die Tatsache, dass die meisten Arten mit toten Fischen ernährt werden können, lässt Thamnophis als "Anfängerschlange" erscheinen, da viele Einsteiger in die Schlangenhaltung eine gewisse Abscheu vor dem Verfüttern von Nagetieren verspüren. Tatsächlich gibt es aber - je nach Art/ Unterart - individuell spezifische Gegebenheiten bei der Haltung dieser Schlangengattung zu beachten! Es zeigt sich aber auch, dass viele erfahrene Schlangenhalter dieser Schlangengattung durch ihr hübsches Aussehen, ihr aktives Wesen und ihre relativ leichte Vermehrbarkeit über viele Jahre und Jahrzehnte sogar zugetan sind.

Thamnophis lebt in Nord- und Mittelamerika. Einige Arten bevölkern weite Teile der USA, andere leben nur in bestimmten Regionen. Sie bewohnen artspezifisch sowohl Küstengebiete, Steppen und Bergregionen. Für die Terrarienhaltung ist es daher unbedingt wichtig, genau zu wissen, welche Art man pflegen möchte. Den Ansprüchen der Tiere zu Folge, muß dann das Terrarium eingerichtet werden.

Thamnophis haben ein sehr weit gefechertes Nahrungsspektrum. In der freien Natur fressen sie Fisch, Würmer, Mäuse, Schnecken, Amphibien und kleine Vögel. Im Terrarium können wir dies natürlich nicht bieten. Alleine schon aus artenschutzrechtlichen Gründen.
Leicht zu beschaffen und zum Füttern gut geeignet sind Stinte und Mäuse. Beides kann man tot anbieten und in gefrorenem Zustand im Zoohandel kaufen oder sogar hervorragend im Internet bestellen. Leider verlieren diese Futtertiere durch das Einfrieren viele Vitamine, so dass es notwendig wird diese durch Zugabe von Vitaminpräparaten unseren Tieren zu verabreichen!
Bei ausgewachsenen Tieren, sollte das Futter einmal monatlich mit einem speziellen Präparat eingestäubt werden. Das Futter für Jungtiere soll mind. einmal die Woche eingestäubt werden. Von Züchtern und langjährigen Haltern wird KORVIMIN ZVT empfohlen. Dies ist ein Präparat, daß für die Zucht von Ziervögeln entwickelt wurde und durch die Vereinigung der Tierärzte vertrieben wird. Man bekommt es also nur beim Tierarzt. Mitunter hört man von Vorgängen, daß KORVIMIN in Filmdosen abgefüllt, 'unter dem Tisch' gehandelt wird. Vom Erwerb solcher Mittel ist abzuraten! Es ist im Preis nicht teuer und wirklich ohne Probleme beim Tierarzt zu beschaffen.
Zu empfehlen ist auch ein Vitamin-B Präparat aus der Human-Medizin, z.B. Vitamin-B-Komplex von Ratiopharm.

Alle Thamnophis zeichnen sich durch Tagaktivität aus. Es sind gut zu beobachtende und umgängliche Schlangen. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase ist es meist kein Problem adulte Tiere zu handhaben. Sie sind friedlich und lassen sich sogar zum Fressen von der Pinzette bewegen. Gewöhnlich verteidigen sich Thamnophis durch Absondern eines übelriechenden Sekrets, dieses Verhalten wird nach Gewöhnung an den Halter aber rasch abgelegt. Sehr selten kommt es zu einem Biss durch Thamnophis . Meist wird solch eine Reaktion durch falsche Handhabung oder Futtergeruch im Terrarium provoziert.

Um das Aussehen der Strumpfbandnatter zu beschreiben würde der Platz an dieser Stelle nicht ausreichen. Färbung und Größe ist bei der Gattung Thamnophis äußerst unterschiedlich, je nach Art und Unterart weisen sie einen Rücken- und zwei Seitenstreifen unterschiedlicher Färbung (gelblich, grünlich, bräunlich oder bläulich) auf, zwischen denen Flecken und Querbarren angeordnet sind. Die Grundfärbung kann schwarz, dunkelbraun, olivfarben oder grün sein, die Bauchseite ist meist weiß bis grau. Einige Tiere besitzen auch eine hübsche Fleckenzeichnung, so ist z. B. die Unterart Thamnopis sirtalis parietalis auf den Flanken rot getupft. Die Kopfoberseite ist olivbraun bis schwarz gefärbt.
Die Länge variiert je nach Art und Unterart. Es gibt relativ kleinbleibende Arten, wie die Präriestrumpfbandnatter (Thamnophis radix) mit 50-80 cm Gesamtlänge, einige Arten werden jedoch recht groß, so z.B. die Florida-Strumpfbandnatter, die leicht über einen Meter heranwächst. Der Längenrekord bei der Gattung Thamnophis dürfte ungefähr bei 1.25 m liegen.

Für die meisten Thamnophis-Arten genügt ein kleines bis mittelgroßes Becken von 80-100 cm Länge, 40-60 cm Höhe und 40 cm Tiefe. Ein großes Wasserbecken ist Pflicht, weil die Tiere ab und an ganz gerne mal schwimmen (vor allem in den wärmeren Jahreszeiten). Weiterhin sind Versteckplätze angezeigt, sowie einige Klettermöglichkeiten (besonders für Bändernattern, diese Art ruht sehr gerne auf einem durch Wärmestrahlung erhitzten Ast und lauert von dort auf Beute).
Die Temperatur sollte im Strumpfbandnatternterrarium tagsüber gestaffelt 24-28 °C betragen, damit sich die Tiere ihre Vorzugstemperatur selber aussuchen können. Nachts können die Temperaturen bis auf minimal 18-19 °C sinken. Ein durch Strahlerwärme erzeugter Sonnenplatz mit Temperaturen um 30 °C sollte ebenfalls vorhanden sein.

Für die Beleuchtung kann man die verschiedensten Glühlampen, Energiesparlampen und Neonröhren verwenden, man sollte aber darauf achten, das auch Strahlungswärme erzeugt wird, an der sich die Tiere wärmen und "sonnenbaden" können, da sie tagaktiv sind. Ansonsten gilt wie bei der Kornnatter: ihr braucht die Tiere nicht extra mit UV-Licht zu bestrahlen um sie gesund zu erhalten. Achtet lieber auf eine abwechslungsreiche Ernährung mit gelegentlicher Gabe eines Multivitaminpräparates.

Eine Winterruhe ist bei den meisten Thamnophis angebracht, aber nicht zwingend notwendig.
Möchte man allerdings eine erfolgreiche Zucht im nächsten Jahr erreichen, ist es ratsam eine Winterruhe durchzuführen. Die Tiere sollten für 6-8 Wochen bei einer Temperatur um die 8-10 °C überwintert werden.
Nach dem Aufwachen aus der Winterruhe erfolgt meist rasch die erste Häutung der Weibchen und unmittelbar danach ist die Paarungsbereitschaft besonders hoch. Es ist somit ratsam nach der Überwinterung die Tiere noch kurze Zeit nach Geschlechtern getrennt zu halten und erst nach der ersten Häutung des Weibchens zusammenzusetzen.
Nach erfolgter Befruchtung dauert die Tragzeit etwa 90 Tage. Auch Angaben von 60 bis hin zu 140 Tagen sind in der Literatur zu finden.
Im Gegensatz zu vielen anderen Schlangen sind Thamnophis ovovivipar (oder wissenschaftlich genauer euvivipar), das heißt, dass die Weibchen ihre Jungtiere erst voll ausgebildet und lebend absetzen. Die Jungtiere sind bei der Geburt nur noch von einer dünnen durchsichtigen Eihülle umgeben. Diese Eihülle muss direkt nach dem Absetzen von den Jungtieren durchstoßen werden, da es sonst zum Erstickungstot der Kleinen kommt.
Der Wurf eines Thamnophis-Weibchens umfasst in der Regel 10-20 Jungtiere von jeweils etwa 15-20 cm Länge und 2-3 g Gewicht. Es ist jedoch auch schon von Würfe mit mehr als 80 Jungtieren berichtet worden.